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Kleiner Stich mit Folgen

Glossar

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AIDS
 

Das Acquired Immunodeficiency Syndrome (erworbenes Immun-Schwäche-Syndrom, kurz AIDS) ist Folge einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus (HIV), das eine schrittweise Zerstörung des Immunsystems bewirkt. HIV kommt in der Natur in zwei Typen (HIV1 und HIV2) vor. HIV1 ist weltweit verbreitet mit bislang ca. 10 Millionen Toten und einer geschätzten Zahl von mehr als 30 Millionen Infizierten. HIV2 mit deutlich weniger Infizierten ist endemisch in Westafrika und im westlichen Zentralafrika. Die Folge der HIV-Infektion können Sekundärinfektionen (opportunistische Infektionen) sein, die in bestimmter Kombination das Syndrom AIDS definieren.

Übertragung
HIV wird über Blut und Blutprodukte sowie sexuell, diaplazentar und unter der Geburt sowie durch gemeinsam benutzte Fixerbestecke übertragen.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel bis zu 12 Wochen, selten länger. Es besteht in der Regel lebenslange Infektiosität.

Labordiagnostik
In der serologischen Stufendiagnostik wird zunächst der Antikörper-Suchtest mit ELISA durchgeführt, der bei positivem Ausfall durch Immunoblot und/oder Immunfluoreszenz bestätigt werden muss. Die Verlaufskontrolle der sog. Viruslast erfolgt mittels quantitativer PCR, NASBA oder bDNA-Technik.

Therapie
Die Indikation zur antiviralen Therapie besteht sicher

  • bei symptomatischer HIV-Infektion,
  • bei CD-4 Zellzahlen,
  • bei Patienten mit einer Viruslast von 10-20.000 Kopien/ml unabhängig von der CD-4 Zellzahl.

Zurzeit ist eine Dreiertherapie durch Kombination von zwei Hemmstoffen der reversen Transkriptase in Kombination mit einem Prote(in)asehemmer üblich.

Prophylaxe
In erster Linie Meidung von beruflichen und außerberuflichen Kontakten mit Blut und Körperflüssigkeiten. Da bei Kanülenstichverletzungen ein geringes HIV-Übertragungsrisiko besteht, wird die postexpositionelle Prophylaxe nur durchgeführt

  • bei tiefen Schnitt- oder Stichverletzungen mit HIV-kontaminierten Instrumenten, Verletzungen mit einer Hohlnadel, die zuvor in einer Vene oder Arterie eines HIV-infizierten Patienten platziert war, und
  • Kontamination von Schleimhaut oder entzündlich veränderten Hautarealen, wenn die Kontamination großflächig ist und/oder die betroffenen Areale nicht unmittelbar gespült oder gesäubert werden konnten.

Die Prophylaxe muss dann so schnell wie möglich erfolgen.

Gesetzliche Regelungen
Es besteht eine nichtnamentliche Meldepflicht bei direktem oder indirektem Erregernachweis (Infektionsschutzgesetz).

Bedeutung als Berufskrankheit
Bislang wurden weniger als 300 AIDS-Fälle weltweit bekannt.